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Pressemitteilung Mügeln II vom 25.4.2010 (25.4.2010)

Der antifaschistische Sportverein Roter Stern Leipzig ´99 e.V. (RSL) erklärt:

Bezugnehmend auf die Medieninformation der Polizeidirektion Westsachsen vom 25. April 2010 weisen wir die Darstellung zurück, dass Anhänger_innen des RSL Polizeibeamt_innen an der Zeugenermittlung hinderten. Wir sind verwundert, in welcher Art und Weise, unter Ablehnung von Kommunikations- und Vermittlungsversuchen durch RSL-Ordner_innen, eine „Zeugenbefragung“, bei der ein Fan gewaltsam aus dem Block entfernt wurde, durchgeführt werden sollte. So war die Situation für anwesende Fans nicht einzuschätzen und der Polizeieinsatz unverhältnismäßig und völlig überzogen. Tatsache ist vielmehr, dass eine Gruppe Polizeibeamt_innen unkontrolliert und gewaltsam auf Anhänger_innen unseres Vereins eingeprügelt hat. Bis zum jetzigen Zeitpunkt haben sich fünf verletzte Personen bei uns gemeldet. Vor Ort wurden bereits mehrere Strafanzeigen gegen beteiligte Polizeibeamt_innen gestellt.

Wir stellen nochmals klar, dass der Abbruch des gestrigen Bezirksklassespiels SV Mügeln-Ablaß gegen Roter Stern Leipzig durch den Schiedsrichter der Partie, Winfried Bohrmann, aufgrund wiederholter antisemitischer, homophober und nazistischer Sprechchöre, Parolen und Gesänge von Seiten der Mügelner Anhänger_innen erfolgte, welche sich nach dem Spiel auf dem Marktplatz in Mügeln versammelten und ebenso Lieder mit verfassungsfeindlichem Inhalt sangen. Bereits bei Ankunft unserer Fans in Mügeln wurden diese mit „Hitlergrüßen“ empfangen. Das Spiel wurde mitnichten wegen “randalierender Fans“ beendet.

Für höchst gefährlich halten wir in diesem Zusammenhang die Aussagen des sächsischen Innenministers Markus Ulbig, der äußerte, „dass der Fußball von rechten und linken gewaltbereiten Extremisten benutzt wird.“ Wer wie der Minister einen allgemeinen „Extremismusbegriff“ postuliert, verkennt die Lebensrealitäten in Städten wie Mügeln und in großen Teilen des Freistaates. Der Begriff „Extremisten“ suggeriert, dass diese Personen gleichsam „von Außen“ kommen und eben nicht, wie gestern in Mügeln wieder gesehen, toleriert in der Mitte der Gesellschaft verankert sind.

Eine Gleichsetzung von „links“ und „rechts“ und eine antifaschistische Grundeinstellung, wie sie unser Verein vertritt, mit der Ideologie der alten und neuen Nazis auf eine Stufe zu stellen, werden wir nicht akzeptieren.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die RSL-Pressestelle unter 0177-3882290.

Roter Stern Leipzig `99 e.V.



Ein Kommentar von Peer Vorderwühlbecke: MDR Info