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RSL-Spieler Thomas Berger im Mittwochsinterview (24.11.2010)
Thomas Berger, 31, spielt derzeit aktuell sein drittes Jahr beim Roten Stern Leipzig. Als HNO-Arzt praktiziert er unter der Woche an der Uniklinik Leipzig, nebenbei möchte er mit der Ersten kurz mal in die Bezirksliga aufsteigen. Der defensive Mittelfeldspieler spricht im Mittwochsinterview über Fußball, Familie und Italien...

> (stb) Herr Berger, was ist anstrengender: eine rekonstruktive Rhinoplastik auf dem Dienstplan der Uni-Klinik oder die Operation Aufstieg mit dem RSL?

Man mag es kaum glauben, aber der Vergleich ist nicht ganz so einfach. Gibt es doch viele Ähnlichkeiten. Beides erfordert Konzentration und Teamarbeit. Ich denke aber, dass die erfolgreiche Operation Aufstieg langwieriger ist, dafür aber wesentlich mehr Leute glücklich machen kann.

> Herr Berger, aus beruflichen Gründen stehen sie Trainer Knopf nicht an jedem Wochenende zur Verfügung. Sie sind immer zweigleisig gefahren: Job und Fußball. Viele Fußballer lassen diese Weitsicht missen...

...da ich mit dem Kicken erst wieder in einem Alter angefangen hatte, in dem man nur noch leistungsbezogene 1-Jahresverträge erhält, war klar, dass noch ein zweites Standbein her muss. Zudem stellte sich heraus, dass ich eine Mitschuld daran trage, dass Paul K. nicht studieren durfte und er sicher jetzt schon längst Multimillionär wäre und die Teichstrasse aufgekauft hätte undundund... Diese Bürde ließ mir keine Wahl als neben dem Hobby, auch den Beruf zielstrebig zu verfolgen.

>Herr Berger, am Spielfeldrand in Dölitz erzählt man sich, Sie hätten bis zu Ihrem Engagement beim RSL vor drei Jahren noch nie Fußball gespielt? Was ist dran?

Meine Fussballkarriere begann 1990, gemeinsam mit dem Fuchs Steffen Bauer, in der C-Jugend des SV Motor Nord. Seit 1992 habe ich dann aber aufgrund eines Wohnungwechsels nicht mehr aktiv in einem Verein gekickt. Erst viele Jahre später war es wieder jener Spieler Bauer der mich beim RSL integrierte.

> Herr Berger, ein wichtiger Ruhepol in Ihrem Leben ist die Familie. Nehmen sie daher auch die Kraft für einen hoffentlich erfolgreichen Saisonverlauf, sprich Aufstieg?

Da meine Fussball-Leidenschaft zu Hause eher auf Duldung, statt auf Gegenliebe stößt, werde ich meist nur verständnislos angeschaut, wenn ich mit leuchtenden Augen vom Unentschieden zwischen Nordwest und Schkeuditz erzähle...Ich denke, das hilft ungemein sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.


Thomas hier in RSL- und OP-Hosen

> Herr Berger, durch Ihre sizilianische Lebensgefährtin scheint eines Tages ein Wechsel in die Alten Herren des US Palermo nicht unwahrscheinlich. Könnten Sie sich einen Wechsel aus dem warmen, lebensbejahenden, offenen, fröhlichen und optimistischen Deutschland ins schnöde und kalte Italien vorstellen?

Gerade an Tagen wie heute - kalter Nieselregen seit 3 Tagen, Straßenbahnen voll mit sympathischen Menschen, die immer ein Lächeln auf den Lippen haben und Autofahrer, die Fahrradfahrende mit 70 Sachen abdrängen und freundlich hupen, kann ich mir ein Leben woanders kaum vorstellen. Andererseits muss ich schon zugeben, dass ich ein großer Fan des US Palermo bin. Und das liegt nicht nur an den modischen rosafarbigen Trickots.

> Herr Berger, ganz anderes Thema: Fußball! Der klassische Sechser im Mittelfeld wird von Ihnen auffällig defensiv interpretiert. Ihre eigene Spielweise oder Anweisungen vom Trainer?

Nun ja. Jeder Sportschau-Fan weiss, die Null muss stehen, um nicht zu verlieren. Und dass wir erst 5 Gegentore bekommen haben, ist sicher ein wichtiger Baustein für unser gutes Abschneiden bisher. Ich denke aber, dass am ehesten meine begrenzten technischen Fähigkeiten Schuld daran sind, dass Nico weiterhin den 10er spielen darf. Und da unser fachkundiger Trainer ja ein großer Offensiv-Allrounder war, hat er sicher primär meine defensiven Stärken herauskitzeln wollen, um dann in der Rückrunde den Offensivdrang zu stärken.

> Herr Berger, in letzter Zeit kommen vermehrt Internas aus dem Mannschaftskreis an die Öffentlichkeit. Man munkelt, ein Maulwurf im Team versorgt Connewitz gezielt mit Informationen, wer isses?

Ich bins nicht! Verdächtigen kann ich primär erstmal keinen. Jedoch reichen meist ein Bier und zwei Kirsch und jeder aus der Mannschaft würde für ein weiteres Getränk seine Kontonummer mit PIN bereitwillig preisgeben oder seine Großmutter verkaufen.



> Herr Berger, ein Geheimnis des Erfolgs ist oftmals die richtige Ernährung. Italienische Pasta zum Abendbrot bringt ausreichende Kohlenhydrate, auch bei Ihnen?

Auf jeden Fall. Wir essen meist erst nach 21:00 Uhr zu abend und oft, wenn nicht gar sehr oft gibts Pasta. Andererseits ißt Top-Torjäger Strozyk ne halbe Stunde vor Anpfiff noch ein Döner und macht trotzdem 3 Buden. Jeder muss darauf hören, was sein Magen ihm sagt.

> Herr Berger, vielleicht noch ein paar Grußworte an unsere italienischen Fans!

Ciao a tutti i lettori. Un immenso Grazie a tutti i nostri tifosi per il vostro appoggio. È sempre un spettacolo vedervi. Se continuiamo così, non ci ferma più nessuno e saliamo in Bezirksliga. Forza RSL!!!




bekanntes Bild: Kopball - Zack - daneben