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Neues Mittwochsinterview mit RSL-Spieler Rohrbach (15.12.2010)
So wie die Nase des Mannes, so sein Johannes! Unser heißt mit Nachnamen Rohrbach, ist 28 Jahre jung und begann seine Karriere bei den Sportfreunden der TSG 1848 Gau-Bickelheim. Als Jugendspieler kickte er damals u.a. gegen Jan Schlaudraff. Während dieser jedoch in der Bundesliga (Hannover 96) vor sich hin vegetiert, landete Johannes in der blühenden Leipziger Bezirksklasse Staffel 2. Congratulations! Geboren in Baden-Württemberg, aufgewachsen in der Pfalz, nun beim RSL! Hier zeigt er sich für wuchtige Distanzschüsse und die Bartquote verantwortlich - privat verkauft er in der Leipziger Innenstadt hochwertige Küchenaccessoires im „A Priori“.

> (stb) Herr Rohrbach, auch wenn der RSL schon mit einem Bein und oder zumindest einem kleinen Becks in der Bezirksliga ist – wen erwarten Sie als hartnäckigsten Verfolger? SV Nordwest, Eintracht Schkeuditz oder räumt gar der Tabellenvorletzte SV Zschepplin das Feld von hinten auf? Im Fußball ist ja bekanntlich alles möglich!

Ja, möglich scheint in dieser Spielzeit wirklich alles zu sein, aber ehrlich gesagt bekomme ich immer erst am aktuellen Spieltag mit, wer der heutige Gegner ist, wie wichtig das Spiel ist bzw. auf welchem Tabellenplatz unser Gegner gerade steht. Wir müssen ja eigentlich auch nur auf uns schauen.




Johannes mit Ball am Fuß

> Herr Rohrbach, der RSL hoppelt unaufhaltsam Richtung Bezirk - was erwarten Sie sportlich und privat vom Chinesischen Jahr des Hasen 2011?

Wir sollten unser Talent ehrgeizig nutzen um weiterhin so beliebt zu bleiben. Unsere Entscheidungen aus dem Bauch fällen und die Geduld nicht verlieren, um dann ganz clever mit brasilianischer Ballkunst die Meisterschale nach Dölitz zu holen.

> Herr Rohrbach, als Nachwuchsspieler kickten Sie in Ihrer ehemaligen Heimat Rheinland-Pfalz persönlich gegen Jan Schlaudraff (ehemals FC Bayern). Zumindest finanziell läuft es für ihn derzeit etwas besser – was hatte er, was Sie nicht hatten?

Er hatte eindeutig gewisse Sachen, die nicht unbedingt zur Förderung der Fitness und Spielklasse dienten, nicht entdeckt oder geschickt gewusst sie zum Umgehen. Ich bin da in meinem jugendlichen Leichtsinn voll rein geschlittert, habe ausgiebig darin gebadet um dann beim Stern angespült zu werden.

> Herr Rohrbach, die Weihnachtsfeiertage stehen bevor und damit auch das Große Fressen. Essen Sie sich den berühmt-berüchtigten Weihnachtsspeck an oder dosieren Sie – vor allem im Hinblick auf die Operation Aufstieg – Ihre Mahlzeiten in der Zeit „zwischen den Jahren“?

Mal sehen, was mir so angeboten wird. Im Moment habe ich fünf Termine über die Feiertage bei denen es nur ums Essen geht. Aber ich werde bei jedem Bissen an die kommenden „Kartenhäuser“ denken (Anmerkung: extrem unbeliebte Übung zur Steigerung der Ausdauerschnellkraft). Vielleicht bringt das ja schon was. Wenn nicht, wird’s wahrscheinlich ganz schwer meinen Platz im Team zu festigen.

> Herr Rohrbach, immer wenn Sie sich bei der Weihnachtsfeier der Ersten kurz Richtung Klo verabschiedeten, setzte ein Allgemeines Lästern über sie ein. Unkameradschaftlichkeit, Egoismus, Selbstverliebtheit waren noch die harmlosesten „Komplimente“...

...ich habe davon nichts mitbekommen! Aber in diesen Punkten muss ich mich meinem Team wohl absolut anschließen, ihm auf die Schulter klopfen und den Jungs wohl einfach mal Recht geben.

> Herr Rohrbach, sie erwarten in den nächsten Wochen mit Ihrer Lebensgefährtin Nachwuchs. Gratulation zunächst zu damit einhergehenden entspannten Wochen und Monaten. Haben Sie schon die RSL-Eintrittserklärung für die Kleine / den Kleinen ausgefüllt?

Selbstverständlich ist die schon ausgefüllt! Wir müssen nur noch abwarten was es wird, um den richtigen Namen einfügen zu können. Danke aber schon einmal für die Gratulation, das tut richtig gut wenn man von einem gefestigten Vater mit so aufmunternden Worten auf diesen neuen Lebensabschnitt vorbereitet wird. Das wird auf jeden Fall eine ganz große Zeit!

> Herr Rohrbach, eines Ihrer markantesten Eigenschaften ist die linke Klebe. Nicht selten zappelte das Leder schon mit gefühlten 250 Km/h im Netz. Offensichtlich das Ergebnis einer perfekten Technikschulung?

Das muss angeboren sein, denn so eine Schusstechnik ist nicht antrainierbar... Ich bin seit meiner frühesten Kindheit in den verschiedensten Dorfvereinen unter Vertrag - bei ganz großen Namen wie der TSG 1848 Gau-Bickelheim oder der sagenumwobenen SG Wallertheim (was wahrscheinlich bei den meisten Lesern ein großes Raunen hervorrufen wird). Danach gab´s noch einen kurzen Abstecher zur Spvgg Ingelheim, um dann endlich nach langer Suche meinen Traumvereinverein gefunden zu haben. Mit dem ich dieses Jahr meine hoffentlich zweite Meisterschaft feiern darf. Mit den geilsten Fans wo gibt auf der Welt.


Johannes schimpft desöfteren wie ein Rohr(bach)spatz

> Herr Rohrbach, Athletic Bilbao läuft in der spanischen Primera Division - der Identifikation zum baskischen Volk wegen - ausschließlich mit baskischen Spielern auf! Wie ich finde respektabel und konsequent, womöglich ein Vorbild für den Stern! Was denken Sie sich eigentlich dabei, als RSL-Spieler NICHT in Connewitz zu wohnen?

Man liest in den lokalen Medien immer, dass der Rote Stern irgendwie ein bisschen anders ist. Anscheinend bin ich das auch und was wäre der Rote Stern wenn er mit irgendjemand vergleichbar werden würde. Daran möchte ich gar nicht denken.

> Gerne können Sie, Herr Rohrbach, uns über diese Internetplattform auch ein Stück Ihrer Heimat schmackhaft machen. Maultaschen und Spätzle kennen und schätzen wir – wie sieht´s subkulturmäßig im Schwabenländle aus, rockt es bei Ihnen da unten?

Ich bin da zwar irgendwann mal geboren worden, aber das ist auch das subkulturellste, was ich von da unten berichten kann.

> Herr Rohrbach, ein kurzes Statement zum Wintereinbruch in Leipzig: Nichts geht derzeit mehr hierzulande, gerade in solchen Zeiten müssen alle Bürger der Stadt zusammenstehen, oder?

Auf jeden Fall immer schön zusammenstehen. Ich appelliere noch mal an alle Bürger dieser Stadt. Trefft euch alle auf dem Weihnachtsmarkt und versucht die 1 Promillegrenze zu knacken.

> Herr Rohrbach, Ihrem Bart verdanken sie ihren Spitznamen Moses. Wo sehen Sie Parallelen zu Ihrem Namensvetter aus der Bibel und wie gläubig ist der RSL-Spieler Johannes Rohrbach. Oder ist der RSL für Sie die einzig wahre Religion?

Genau wie bei meinem Namensvetter geht es mir darum mein Team durch die Liga, in einer 30 spieltägigen Wanderung durch alle Höhen und Tiefen zu führen und wenn sich ein Hindernis in den Weg stellt wird es durch taktische Laufarbeit gespaltet, um den Ball durch die Mitte zum Ziel zu führen. Und: Ich bin Apathischer Agnostizist.

> Herr Rohrbach, gestern eröffnete der Connewitzer Weihnachtsmarkt im Werk Zwei. Wann trifft man Sie dort mal auf ´nen Glühwein? Oder favorisieren Sie das kleinere, ruhigere, familiäre Pendant in der Leipziger Innenstadt?

Ganz klar: Connewitz!

> Ein schöneres Schlusswort gibt’s nicht, vielen Dank Herr Rohrbach.


subjektiv und objektiv: einwandfreies Freilaufen und Anbieten