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Ronny Blaschke: Angriff von Rechtsaußen (24.6.2011)
Eintritt ist frei.

Dass Nazis schon lange nicht mehr mit Bomberjacke, Springerstiefeln und Spiegelglatze auftreten, dürfte den meisten aufmerksamen BeobachterInnen bekannt sein.



Wie sehr sie jedoch im Vereinsfußball verankert sind und dessen Strukturen für ihre Ideologie missbrauchen oder zum Rekrutieren neue Mitglieder ausnutzen, ist auf den ersten Blick nicht sichtbar.

Dass sie dabei in einzelnen Fällen besorgniserregende Erfolge verzeichnen können, beweist das neue Buch des Berliner Journalisten Ronny Blaschke: „Angriff von Rechtsaußen“.

Der Autor befasst sich seit Jahren mit dem rechtsextremen Treiben im Fußball und liefert eindringliche Beispiele:

In Leipzig unterwandern Neonazis die Fanszene, in Lüdenscheid amtiert ein NPD-Funktionär als Schiedsrichter, in Wetzlar als Jugendtrainer. Neonazis gründen Sportvereine, um Jugendliche an ihre Kameradschaften heranzuführen; sie nutzen Fußballturniere zur Vernetzung und zur Stärkung ihrer Gruppenidentität. Musik, Kleidermarken, Internet sind den Rechtsextremen Medien, über die sie ihre Gesinnung wirksam in den Fanszenen präsentieren und verbreiten.

Ronny Blaschke lässt Neonazis und Gegen- Aktivisten zu Wort kommen. Er beschreibt, wie Rechtsextreme das Verständnis von Demokratie und Toleranz im Fußball nachhaltig schädigen. Mit seinem sorgsam recherchierten und spannend verfassten Buch liefert er eine längst fällige Bestandsaufnahme – und ein Plädoyer für eine politische Diskussionskultur im Sport.

Die Veranstaltung, präsentiert von Roter Stern Leipzig und Fischladen beginnt 19:30 Uhr.

Ronny Blaschke: Angriff von Rechtsaußen - Wie Neonazis den Fußball missbrauchen. ISBN 978-3-89533-771-0. Erschienen im Verlag Die Werkstatt